Warum die Kita wieder teurer wird

Auf viele Familien in Konstanz kommen ab dem 1. Mai höhere Kosten für die Betreuung ihrer jüngeren Kinder in städtischen Kitas zu. Der Gemeinderat hat die Erhöhung Ende März beschlossen und verweist auf steigende Betriebs- und Essenskosten, die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung sowie das Ziel, die Beiträge bei städtischen und freien Trägern anzugleichen.
Eine der städtischen Kitas in Konstanz mit Ganztagsbetrieb: das Kinderhaus Paradies. | Foto: Michael Lünstroth

wichtig für alle Eltern jüngerer Kinder: Zum 1. Mai dieses Jahres werden die Gebühren in den städtischen Kitas in Konstanz steigen. Dies hat der Gemeinderat Ende März beschlossen. Die Stadt begründet die Erhöhung vor allem mit der Angleichung an Vergleichswerte anderer Städte, dem Ziel einheitlicher Beiträge bei städtischen und freien Trägern, steigenden Kosten (insbesondere beim Essen und Betrieb) sowie der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung.

Beim letzten Punkt dürften viele Familien sagen: „Ja, klar, die spüren wir auch. Aber eine Erhöhung der Kita-Gebühren hilft da nicht gerade.“ Entsprechend kritische Reaktionen gab es auch seitens der Elternbeiräte. Viele Familien stehen demnach bereits unter starkem finanziellem Druck. Besonders betroffen seien dabei Familien mit mittlerem Einkommen sowie mit mehreren Kindern. Dazu kommt – die letzte Erhöhung ist noch nicht so lange her: Sie wurde zum 1. Januar 2025 fällig.

Kritik der Elternvertreter:innen

Eine zentrale Kritik der Elternvertreter:innen lautete: Eltern müssten immer höhere Beiträge zahlen, während gleichzeitig Leistungen gekürzt würden – etwa über Monate hinweg reduzierte Betreuungszeiten oder gestrichene Nachmittagsangebote.

Kita ist eben nicht nur Betreuung, sondern Bildung – und sollte bezahlbar bleiben, schreiben die Elternbeiräte in ihren Stellungnahmen. Gleichzeitig signalisierte der Gesamtelternbeirat der Kitas aber auch Offenheit für Erhöhungen. Diese seien teilweise nachvollziehbar, wenn sie der Angleichung der Beiträge dienten. Aber: Mehrkosten sind für Eltern nur akzeptabel, wenn sie Teil eines fairen und transparenten Gesamtsystems seien.


Was die Gebührenerhöhung konkret bedeutet

Trotzdem wurde die Gebührenerhöhung am Ende von einer Mehrheit des Gemeinderats beschlossen. Was das konkret für einzelne Familien bedeutet, lässt sich pauschal schwer sagen. Das hängt zum einen von der Betreuungsdauer des Kindes in der Kita ab, liegt aber auch daran, dass seit 2025 die Gebühren nach Einkommen gestaffelt sind.

Aber im Schnitt werden sich die Kosten für Familien ab dem 1. September um etwa neun bis 25 Euro pro Monat und Kind erhöhen. Gleichzeitig wird das Essen um drei Euro teurer. Die bisherigen Beiträge deckten nach Angaben der Stadt die tatsächlichen Kosten nicht, daher sei eine Anpassung notwendig. So gilt auch hier wie in vielen anderen Bereichen: Das Leben wird für Familien in Konstanz ab September wieder etwas teurer.

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Gemeinderat: Die Themen vom 26. März 2026

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