Gute Frage: Was kann man gegen den Klimawandel tun?

Im Frühjahr haben wir gemeinsam mit der HTWG und der Universität Konstanz die Serie „Gute Frage!“ gestartet. Wissenschaftler:innen beantworten hier Fragen von Konstanzer Kindern und Jugendlichen. Mehr als 200 Fragen haben wir erhalten – jetzt teilen wir die Antworten.
Teilnehmende beim Klimastreik zur Eröffnung des Klimacamps in Konstanz im August 2021. | Foto: Sophie Tichonenko

Die Ethikklasse G6ab an der Geschwister-Scholl-Schule wollte wissen: „Was kann man gegen den Klimawandel tun? Und wie wird sich das Klima entwickeln?“ Maike Sippel gibt die Antwort. Sie ist Professorin an der HTWG Konstanz und arbeitet zu Klima, Nachhaltigkeit und Transformation.

Maike Sippel ist Professorin an der HTWG Konstanz und arbeitet zu Klima, Nachhaltigkeit und Transformation.| Foto: Inka Reiter

Liebe Ethikklasse G6ab,

Danke für eure beiden Fragen. Diese Fragen sind mir sehr wichtig – sowohl in meiner Arbeit als Professorin als auch als Mutter von drei Kindern. Ich antworte zuerst auf eure zweite und dann auf eure erste Frage.

Wie wird sich das Klima entwickeln?

Vielleicht wisst Ihr schon, warum es den Klimawandel gibt. Wir Menschen verbrennen die sogenannten fossilen Energieträger Öl, Benzin, Diesel, Gas und Kohle um Energie zu gewinnen. Zum Beispiel, wenn in einer Fabrik ein Handy oder T-Shirt hergestellt wird, wenn ein Haus gebaut wird, wenn ein Flugzeug startet oder wenn jemand das Licht einschaltet.

Durch das Verbrennen gelangen Klimagase in die Atmosphäre, also in die Luft hier und bis in den Himmel. Das sind die sogenannten Treibhausgase. Und die legen sich wie eine Bettdecke um die Erde. Das kennt Ihr ja, unter der Bettdecke ist es warm. Und wenn die Decke immer dicker wird, wird es uns zu heiß. So ist es auch bei der Erde, die mit den Klimagasen zugedeckt wird. Auf der Erde wird es also durch das Verbrennen fossiler Energien heißer.

Wie die Wärme das Wetter verändert

Durch die Wärme kommt es zu Wetterveränderungen. Davon ist immer wieder in den Nachrichten zu sehen. Zum Beispiel gibt es mehr und sehr starke Regenfälle, so dass das Regenwasser nicht mehr im Boden versickern kann sondern zu Überschwemmungen führt. Häuser und Straßen werden überflutet. Oder die Hitze im Sommer bleibt über Tage und Wochen und es wird selbst nachts nicht mehr kühl – Ihr könnt ja mal eure Oma fragen, wie es ihr geht, wenn es so heiß ist.

Weil es über längere Zeit auch mal gar nicht mehr regnet gibt es mehr Dürren und Waldbrände. Diese Veränderungen erleben wir bereits jetzt und in Deutschland. Kinder und Erwachsene in anderen Ländern sind sogar noch stärker betroffen, manche müssen deshalb sogar ihre Heimat verlassen, weil sie dort nicht mehr leben können.

Protestschilder beim Klimastreik in Konstanz: „The climate is changing – why aren’t we?“, August 2021. | Foto: Sophie Tichonenko

Klimakrise statt Klimawandel

Wenn wir nicht mit dem Verbrennen der fossilen Energien aufhören, wird es in Zukunft immer mehr solcher Wetterkatastrophen geben. Weil das ein wirklich schlimmes Problem ist, sage ich auch „Klimakrise“ und nicht mehr „Klimawandel“.

Mich macht es traurig, dass wir nicht ordentlich mit unserer Erde umgehen. Ich mache mir auch Sorgen, wie es meinen Kindern und allen Kindern in der Zukunft gehen wird. Deshalb versuche ich mein Bestes gegen die Klimakrise zu tun. Und damit komme ich zu eurer zweiten Frage.

Was kann man gegen den Klimawandel tun?

Natürlich müssen die Politikerinnen und die Chefs in den Unternehmen mitmachen, um die Klimakrise in den Griff zu bekommen. Eine wichtige Rolle dabei spielen die Energien aus Wind und Sonne, mit denen wir die dreckigen fossilen Energien ersetzen müssen. Und das Einsparen von Energie. Einiges wird da auch schon getan – es ist nur noch zu wenig und zu langsam. Deshalb braucht es auch uns ganz normale Menschen.

Als einzelne Person können wir nämlich auch selber was beitragen. Das tun bereits eine ganze Menge Menschen. Ich selber schaue zum Beispiel, dass ich möglichst kein Auto benutze, ohne Fliegen reise, gebrauchte Klamotten kaufe, das Licht nach mir ausschalte und beim Essen vegetarisch esse.
Darüber hinaus können wir uns auch gemeinsam für das Klima einsetzen und versuchen andere mitzunehmen.

Ihr könnt ein Schulprojekt starten!

Falls ihr da etwas tun wollt, könnte das zum Beispiel ein Schulprojekt sein. Ich versuche auch mich so zu engagieren und habe deshalb gerade ein Buch geschrieben – das war viel Arbeit in meiner Freizeit, und ich hoffe, damit anderen Menschen Mut zu machen, auch was zu tun.

Meine Erfahrung ist: Wenn wir selber was tun gegen die Klimakrise, hat das zwei Vorteile. Wir machen mit unserem kleinen Beitrag eine gute Zukunft wahrscheinlicher, und es fühlt sich einfach gut an, etwas „Gutes“ zu tun und das Problem anzupacken.

Maike Sippel ist in Markdorf zur Schule gegangen. Heute ist sie Professorin an der HTWG Konstanz und arbeitet zu Klima, Nachhaltigkeit und Transformation. Besonders interessiert sie dabei, wie der erforderliche Wandel in die Welt kommen kann und was wir alle dazu beitragen können. Darum geht es auch in ihrem Buch „Die Welt, der Wandel und ich“ (Verlag Herder 2025). 

Kita, Schule, Erziehung, Pflege, Freizeit – Familienpolitik betrifft fast alle Menschen in Konstanz. Deshalb widmen wir uns diesen Themen künftig verstärkt in einem themenspezifischen Newsletter. Er heißt „familie mit k“ .Du kannst ihn hier kostenlos abonnieren.

Wenn du Themenideen hast, dann schreib uns gerne! Einfach per E-Mail an michael.luenstroth@karla-magazin.de



Mehr aus der Rubrik …