Sind Kita-Gebühren sozial ungerecht?

Als Forscher zu den Folgen von Ungleichheit in der Bildungs- und Sozialpolitik hat unser Autor sich die Gerechtigkeitsfrage für die Kita-Gebühren gestellt. Die Antwort ist nicht ganz eindeutig.
Die Grafik zeigt die Illustration der Kolumne Busemeyers Blickwinkel.
Grafik: Alexander Wucherer

In Konstanz wird gerade hitzig über die angemessene Höhe von Kita-Gebühren diskutiert (siehe den Schwerpunkt von karla zum Thema Kinderbetreuung). Die von der Stadtverwaltung angekündigten Gebührenerhöhungen haben die Gemüter bewegt – viele Familien machen sich Sorgen, ob sie, gerade in Zeiten hoher Inflation, die höheren Gebühren werden stemmen können. 

Aber sind Kita-Gebühren per se sozial ungerecht? Die Antwort auf diese Frage ist komplexer, als es auf den ersten Blick scheint. Aber um es gleich vorneweg klar und deutlich zu sagen: Aus einer Perspektive der sozialen Gerechtigkeit ist ein öffentlich finanziertes Bildungssystem, das von der Kita bis zur Universität ganz ohne Gebühren auskommt, prinzipiell besser als ein gebührenfinanziertes System. Das gilt vor allen Dingen dann, wenn Bildungs- und Sozialausgaben durch „progressiv“ ausgestaltete Steuersysteme finanziert werden; das heißt, Menschen mit höheren Einkommen bezahlen mehr Steuern – sowohl absolut als auch als Anteil ihrer Einkünfte. Zwar können auch Gebührensysteme progressiv ausgestaltet werden, sodass höhere Einkommen mit höheren Gebühren einhergehen, dennoch haben Gebühren eine abschreckende Wirkung besonders für ärmere Bevölkerungsschichten. 

Höhere Bildung gratis, frühkindliche kostet

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